Paris im Oktober

Unser letzter Paris-Besuch stand gesundheitlich unter keinem guten Stern. Geplant für den August musste er wegen einer Erkrankung auf den Oktober verschoben werden. Und zurück gekommen sind wir mit heftigen Erkältungen. Kein Wunder, bei morgendlichen Temperaturen um 6 Grad, strahlendem Sonnenschein,  aber kaltem Wind, überheizten Verkehrsmitteln und windkanalähnlichen Luftbewegungen in den Metro-Gängen war uns entweder ungemütlich kalt oder der Schweiß lief uns den Rücken hinunter. Dazu wurden wir von vielen Seiten angeniest und vollgehustet. Halb Paris schien infiziert und wild entschlossen, die eigenen Viren an möglichst viele andere Menschen weiter zu geben –  in unseren Fällen mit beachtlichem Erfolg. Trotzdem waren wir natürlich von morgens bis abends in der Stadt unterwegs, überwiegend zu Fuß, diesmal vornehmlich südlich der Seine im 5. Arrondissement, zwischen Jardin du Luxembourg, Panthéon und der Sorbonne. Kleine Abstecher zum Eiffelturm, durch das 16. Arrondissement, auf den Triumphbogen und an den Canal Saint-Martin, zur Place des Vosges und zur Place Dauphine  waren aber auch noch drin. Was uns diesmal am meisten beeindruckt hat? Vielleicht die Tatsache, dass auch in unserer hochtechnisierten Zeit mit ihren unzähligen digitalen Sensationen, in der viele Kinder mit dem Smartphone in der Hand auf die Welt zu kommen scheinen, um anschließend wie ihre Eltern als zombieähnliche Blindgänger mit einem Display vor dem Gesicht durchs Leben zu laufen, dass auch in dieser Zeit noch Kinder völlig selbstvergessen und vergnügt altmodische Segelschiffe aus Holz mit einem Stock über das Wasserbecken im Jardin du Luxembourg treiben.

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Trouville-sur-Mer im Juli

Im Sommer hatte es lange Zeit nicht danach ausgesehen, aber dann haben wir es doch noch geschafft, zwei Wochen in Urlaub zu fahren. Nach den guten Erfahrungen im letzten Herbst und aus verschiedenen praktischen Gründen haben wir uns entschieden, erneut nach Trouville-sur-Mer zu fahren. Die normannische Küste ist einigermaßen komfortabel innerhalb eines Tages vom Ruhrgebiet aus zu ereichen und auch in der Hochsaison nicht ganz so überrannt wie andere Urlaubsregionen in Frankreich. Tatsächlich haben wir relativ kurzfristig wieder ein kleines Apartment mit Seeblick in der Résidence Les Tamaris bekommen. Das Haus gehört zu den einfacheren der Gruppe Pierre & Vacances, liegt aber sehr schön hoch über dem Ort und verfügt über eine unschlagbare Aussicht auf das Meer, auf die schönsten Strandhäuser der Stadt und auf das Treiben auf dem Strand. Über eine Treppe und einen Privatweg ist das Wasser nach 250 Metern erreicht, bis zu den ersten Restaurants am Strand sind es keine 900 Meter und auch das mondänere Deauville auf der anderen Seite der Touques ist keine 2 Kilometer entfernt, wenn man die kleine Fähre oder – bei Ebbe – den Übergang im Hafen benutzt. Entlang dieses zur jeder Tageszeit reizvollen Weges findet sich alles, was einen Urlaub an der französischen Küste zum Vergnügen macht: Gastronomie in allen Facetten und Preisklassen, ein entspanntes Strandleben, großartige Architektur, das Museum in der prächtigen Villa Montebello, Sportanlagen, Fischkutter im Hafen mit Direktverkauf, Meeresfrüchte aller Art zu fairen Preisen… Uns hat es am Nachmittag immer wieder ins Strandcafé Au Grain de Sable gezogen, vor dem sich die Boule-Experten trafen. Aber auch an der Patisserie von Charlotte Corday am Hafen mit ihren herrlichen Kuchen konnten wir mehr als einmal nicht vorbei gehen. Das Auto haben wir zwei Wochen lang keinen Meter mehr bewegt. Großartig waren  die langen Strandwanderungen bei Niedrigwasser in das knapp fünf Kilometer entfernte kleine Villerville. Auch für unsere Ausflüge ins etwa 16 Kilometer entfernte Honfleur, das jeden Tag von Touristen aus aller Welt geradezu geflutet wurde, haben wir lieber den  öffentlichen Bus genommen, um langes Parkplatzsuchen zu vermeiden.

Alles in allem hat uns Trouville auch im Hochsommer wieder sehr gut gefallen, und wir werden dort nicht zum letzten Mal gewesen sein. Einziger Wermutstropfen: die schlechte Wasserqualität. In den ersten Tagen, als der Wind noch frisch und das Meer sehr lebhaft waren, haben wir uns gern in die hohen Wellen geworfen. Als es aber immer heißer und das Meer an manchen Tagen nahezu spiegelglatt wurde, war leider nicht mehr zu übersehen, wieviel Schmutz das Wasser mit sich trägt – nahe der Seine-Mündung, in Sichtweite von Le Havre und angesichts des enormen Schiffsverkehrs im Ärmelkanal eigentlich auch kein Wunder. Gebadet haben wir in der zweiten Woche nicht mehr.

(Gelegentlich zeigt WordPress unter meinen Beiträgen Werbung, mitunter ziemlich seltsame. Ich habe darauf keinen Einfluss.)